Reisebericht RHODOS vom 05. bis 12. August. 2010

von Alexander, und Heidi

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Es ist Donnerstag, der 05. August 2010, früh morgens, als sich eine sehr kleine Gruppe – genau genommen 2 Personen, Heidi und ich – auf den Weg von Ebreichsdorf zum Flughafen Wien machte. Ziel der Reise war die griechische Insel RHODOS.
Nachdem unser Fahrzeug im Parkdeck 4 des Flughafens sicher abgestellt worden ist, begaben wir uns zum Boardingbereich, da das Einchecken schon am Mittwochabend durchgeführt wurde.
Um 07.40 Uhr verließen wir mit der österreichischen Fluglinie FlyNIKI schließlich österreichischen Boden. Unser Urlaub hatte gerade begonnen.

Nach ca. 2 Stunden Flug erreichten wir RHODOS. Da sich am Flughafen eine Menge an Urlaubern damit beschäftigte, ihre Gepäckstücke vom „Kofferband“ zu nehmen und dabei – wie immer – sehr viel Zeit benötigte, verzögerte sich die Fahrt zum Hotel um ca. 20 Minuten. Aber wir sind ja im Urlaub, also kein Stress!

Unser Hotel „Blue Sky Beach“ lag am Rande des Stadtzentrums von RHODOS, mit Strand und Pool.  Nach dem wir unser Zimmer bezogen und die Koffer ausgeräumt hatten, machten wir einen ersten Bummel an der Strandpromenade entlang Richtung City und MADRAKI-Hafen. Wir mussten bald feststellen, dass die hohe Luftfeuchtigkeit und die enormen Temperaturen von 35- 38°C uns sehr zu schaffen machten. Schließlich sind wir Mitteleuropäer und diese extremen Temperaturen und die hohe Luftfeuchtigkeit einfach nicht gewohnt.

Nach einem „technischen Halt“ für den Magen  - Tsatsiki und Hamburger – ging es den Hafen entlang zurück in unser Hotel. Was aber gar nicht so einfach war. Die vielen Gassen und Straßen, die fast gleich aussehen, können auch einen guten „Orientierer“ ganz schön ins Schwitzen bringen. Was bei diesen Temperaturen auch sprichwörtlich gemeint war.
Am Abend kam dann die erste Begegnung mit unserer Halbpension. Vorweg: ich war eigentlich sehr skeptisch bezüglich Abendessen, wurde dann aber angenehm überrascht. Eines ist klar, es ist keine 4-Sterneküche, aber essen kann man trotzdem sehr gut. Bei einem anschließenden Verdauungsspaziergang wurden wir  bei einem Pub fündig, das die nächsten Tage unser „Stammlokal“ werden sollte.  Gleichzeitig suchten wir uns einen günstigen und guten Autoverleih, um die nächsten vier Tage mobil unterwegs zu sein und die Inselsehenswürdigkeiten ansehen zu können. Nachdem wir uns ein Kleinfahrzeug gemietet hatten -  ein Fiat Panda mit A/C – gingen wir relativ müde zu unserem Hotel zurück und ließen den Tag mit einem leichten Sinken auf den Kopfpolster ausklingen.

Am nächsten Morgen wachten wir ein wenig übermüdet aber freudig auf den Tag auf. Um  0800 Uhr musste ich den Mietwagen vom Verleih holen; kein Problem, da es nur ein Fußweg von 3 Minuten war. Nach einem ausgiebigen Frühstück – es gab eigentlich so ziemlich alles außer Sekt und Kaviar – leitete uns unser Navigationssystem TOMTOM, das ich von daheim mitgenommen hatte, zu unserem ersten Ziel: LINDOS und die berühmte AKROPOLIS. Da die Tagestemperaturen schon beträchtlich angestiegen waren, war der Weg durch die Stadt LINDOS, die übrigens autofrei ist, sowie der Aufstieg über die vielen Stufen zur Akropolis mühsam und sehr schweißtreibend. Vor allem durch die immer wieder stehenbleibenden Touristen, war ein Vorwärtskommen bzw. nach Oben Kommen mühsam.

Nachdem wir es dennoch geschafft hatten, Massen von Touristen während ihrer Fotohalte zu überholen – und das trotz Gegenverkehr – genossen wir einen sehr schönen Ausblick auf die weiß getünchte Stadt und die umliegenden Berge und Hänge. Von oben konnte man eine Vielzahl von Stränden erkennen, was für uns sehr wichtig war, da wir ja anschließend irgendeinen Sandstrand, Betonung liegt auf Sand, erobern wollten. Nach einer kurzen Rast in einem der berühmten Lokale in LINDOS, in einem der alten Kapitänshäuser,  und einen Spaziergang mit beiläufigem Einkaufsbummel, fanden wir weiter südlich einen sehr netten, kleinen aber feinen Sandstrand mit Liegen und Schirmen. Die Zufahrt erfolgte über eine Schotterstraße, was für unseren kleinen und sehr wendigen Flitzer aber kein Problem darstellte.

Nach ein paar Stunden Sonnentanken und Baden im lauwarmen Meer, das eigentlich keine Abkühlung mehr bot, aber uns sichtlich Spaß machte, gaben wir unserem Navigationsgerät den Befehl, uns wieder Richtung Hotel zu bringen. Es schaffte dies vorzüglich. Nach einer salzfreien Dusche und einem Abendessen, das – naja – es war halt nicht schlecht -  den Magen füllte, begaben wir uns in unser schon am Vortag gefundenes Pub. Nach zwei Siders, hier nennt man es Strongbow, bummelten wir durch die verwinkelten Gassen, um uns anschließend wieder den Träumen eines vergangenen Tages hinzugeben.

Der Samstag begann so wie der Freitag, mit einem ausgiebigen Frühstück, denn heute stand eine Inselrundfahrt auf dem Programm. Man muss wissen, dass RHODOS ca. 75 km lang und an der breitesten Stelle 35 km breit ist. Da kommen schon einige Kilometer zusammen. An dieser Stelle sei erwähnt, daß wir in 4 Tagen nicht ganz 700 km zurücklegten.

Vorbei am Schmetterlingstal, das erst in 2 Tagen am Programm stand, über eine sehr nette Passhöhe wechselten wir auf die Ostseite der Insel. Es ging entlang der berühmten Orte FALARAKI und LINDOS weiter hinunter bis an die Südspitze. Dort ist ein fantastischer Sandstrand, an dem wir nach der langen Fahrt  ein paar Stunden unsere müden und vor allem verschwitzten Körper ausruhten. Das Wasser war hier unten interessanter Weise kälter als weiter nördlich, hatte aber immer noch um die 24 bis 25°C. Nachdem wir wieder Energie getankt hatten, setzen wir unsere Reise entlang der Westküste fort. Über malerische Bergdörfer und durch dichte Pinienwälder ging es vorbei an herrlichen Naturstränden mit hohen Wellen und einigen mutigen Windsurfern wieder Richtung Norden. Bei einer kleinen Hafenortschaft mit einer Fährverbindung konnten wir aufgrund des knurrenden Magens einfach nicht vorbeifahren. Denn laut Reiseführer kann man im Hafen in den Restaurants ausgesprochen gut essen. Wir suchten uns ein gemütliches Lokal mit Blick auf den Hafen und der Anlegestelle der Fähre. Während wir unser ausgezeichnetes Essen genossen, kam eine Fähre von der benachbarten Insel und so hatten wir immer ein wenig Bewegung vor unserem Lokal. Viele Einheimische ließen außerdem Ihre Sportboote unter dem wachsamen Augen des Hafenmeisters zu Wasser.

Nachdem wir unser Essen bezahlt hatten, setzten wir unsere Fahrt entlang der malerischen Küste fort. 40 Kilometer später, als wir den Flughafen von Rhodos passiert hatten, dauerte es noch ca. 20 Minuten, bis wir wieder unser Ziel, unser Hotel in RHODOS-Stadt müde aber mit vielen neuen Eindrücken erreichten.

Nach einem diesmal sehr guten Abendessen kam, ja genau, wieder unser Pub ins Spiel. Die zwei Runden Strongbow waren schnell geleert und nach einem kurzen Weg ins Hotel fielen wir müde und geschafft ins Bett. Gute Nacht!
Am Sonntag beschlossen wir, einfach nur die Bucht vom Freitag – LINDOS -  zum Baden zu besuchen. Wieder führte uns das Navigationsgerät zielsicher an unseren Strand und wir genossen einen schönen und entspannten Tag am Wasser. Der starke Wind in den letzten Nächten hatte das Wasser aber spürbar abgekühlt. Nun war der Badespaß zwar ein wenig kälter, dafür aber absolut erfrischend.

Für den Abend gab es diesmal eine andere Gestaltung. Es ging in die Altstadt von RHODOS, die hinter den dicken Mauern eines gewaltigen Bollwerks liegt. Die Altstadt ist berühmt für ihre Einkaufsstraßen. Die bekannteste ist die Sokrates-Straße. Nach einigen Fotopausen erreichten wir diese Straße mit all ihrem Leben und ihren Touristen. Massen schoben sich durch die Gassen und Wirtsleute offerierten lauthals ihre Speisen in den Restaurants. Interessant ist teilweise die Bauweise der Häuser. So ist es sehr oft möglich, gleich auf mehreren Etagen das Abendessen oder einfach nur Getränke einzunehmen. Was natürlich dazu beiträgt, dass, je höher man oben sitzt, der Ausblick umso beeindruckender wird. Leider aber auch die Preise. Wir fanden eine Cocktailbar, die unseren Wünschen entsprach und leisteten uns dort ein paar sehr, sehr gute Drinks. Hiks! Vor allem der Mojito war einerseits ausgezeichnet und frisch zubereitet, andererseits in einem verdammt großen Glas. Was uns natürlich nicht störte.

Der Heimweg gestaltete sich ein wenig schwieriger als der Hinweg, da die Straße immer bergab führt. Wir aber mussten alles wieder bergauf mit einem ordentlichen Alkoholspiegel bewerkstelligen. Nachdem wir aber auch das schafften und unser Hotel sicheren Fußes erreichten, fielen wir todmüde aber mit einem Lächeln auf den Lippen ins Bett.

Montag war unser letzter Tag mit einem Fahrzeug und am Plan stand, wie immer nach einem ausgiebigen Frühstück, das Tal der Schmetterlinge und anschließend, wie könnte es anders sein, ein letzter Besuch an unserem Strand im Süden der Insel.
Das erste Ziel war schnell erreicht und wir parkten unseren Wagen am unteren Eingang in das Tal. Es gibt insgesamt drei Eingänge. Der beste ist der Unterste, denn man geht dabei das Tal zuerst hinauf und dann entspannt wieder hinunter. Einen Nachteil hat das Tal. Durch die vielen Bäume, auf denen sich Millionen von Schmetterlingen einnisten, und den durchfließenden Bach entsteht im Tal eine enorme Luftfeuchtigkeit, die die Kleidung am Körper festkleben lässt. Unbedingt wichtig sind feste Schuhe, also keine Flipflops oder Sandalen, sondern Sportschuhe mit guter Sohle. Man geht die ganze Zeit auf sehr steinigen Wegen oder über holprige Holzstege. Alle Stufen sind betoniert, und sehr trittsicher. Leider schafften es die italienischen Gäste nicht, für ein paar Minuten ihren Mund zu halten und vertrieben somit die heimischen Schmetterlinge vor unseren Objektiven. Schade, denn sie sehen faszinierend aus. Hier sei bemerkt, daß das fotografische Einfangen der Schmetterlinge wahrlich eine schwierige Aufgabe für jeden Fotografen darstellt.

Nach einem kurzen Getränk am obersten Punkt der Klamm - oder besser Tal - gingen wir, jetzt wesentlich schneller, wieder zum Ausgangspunkt zurück. Gott sei Dank waren wir relativ zeitig am Vormittag im Tal, denn am Ausgangspunkt angelangt, war der Parkplatz bereits mit Autos und Reisebussen der Touristen übersäht.

Nach einer 50 minütigen Fahrt erreichten wir wieder unseren geliebten Strand im Süden. Leider war das der letzte Besuch, da wir unser Fahrzeug am Abend wieder zurückgeben mussten. Daher genossen wir noch mal die Synergie zwischen Sand und Meer am „für uns schönsten Strand der Insel“.

Die Rückgabe des Fahrzeuges verlief unbürokratisch und schnell. Danach eine Dusche mit Süßwasser im Hotel und wir konnten uns dem Abendessen hingeben. Leider war die Freude zu früh, denn an diesem Abend war die Qualität einfach nicht der Hotelkategorie entsprechend. Ein wenig Abnehmen schadet ja auch nicht, dachten wir uns, und begaben uns zu unserem Pub, wo wir schon wie Stammgäste freundlichst empfangen wurden.

Am nächsten Tag und am darauf folgenden besuchten wir den hoteleigenen Strand. Dieser bestand aus Schotter und nicht aus Sand, was bei mir ein wenig Skepsis auslöste. Ich muß aber eingestehen, dass der Vorteil eines Schotterstrandes die Nachteile überwiegt. Es bleibt kein Sand an den Füßen kleben, es knirscht nicht überall, man braucht dafür halt Strandschuhe. Diese hatten wir uns für fünf Euro am Vortag besorgt. Welch Wunder diese Schuhe doch vollbringen; es war herrlich, nicht immer Sand zwischen den Zehen zu haben.

An den beiden Abenden waren wir jedes Mal in der Altstadt, um die Geschäfte zu besuchen und uns einen Mojito zu genehmigen.
Am Mittwochabend besuchten wir, da es ja unser letzter Abend war, zusätzlich zur beschriebenen Cocktailbar noch ein paar sehr nette andere Lokale, um um ca. 0100 Uhr den letzten Kontakt mit dem Kopfpolster herzustellen.

Der Abreisetag weckte uns mit einer stürmischen See und dampfigem Wetter. Um nicht wieder alles vom Salz befreien zu müssen, verbrachten wir den letzten Tag am hauseigenen Pool. Er ist sehr klein und liegt direkt neben der Straße. Die Liegen entsprechen nicht im Geringsten der Anzahl der Hotelgäste. Aber als „Warteplatz bis zur Abholung“ durch den Transferbus ging es allemal.
Leicht verschwitzt holte uns der Transferbus um ca. 1700 Uhr vom Hotel ab. Am Flughafen angekommen, stellten wir uns brav in die Warteschlage vor den Schaltern von FLYNIKI an, um unser Gepäck aufzugeben.

Müde und geschafft landeten wir nach einem sehr ruhigen Flug wieder in Wien Schwechat, holten unsere Koffer und parkten unser Fahrzeug aus. Schließlich erreichten wir nach 20 Minuten Fahrt um 22.30 Uhr wieder unser Haus in Ebreichsdorf.
Unser Urlaub war nach einer sehr schönen, heißen Woche in Griechenland zu Ende.

An dieser Stelle möchte ich gerne noch ein paar persönliche Gedanken einbringen:

Ich finde es wirklich schade bzw. schockierend, daß Griechenland mit seinen wirtschaftlichen Ressourcen – Land, Strand, Meer – ausgesprochen sorglos umgeht. Während unseres Aufenthaltes wurden wir immer wieder damit konfrontiert, daß die Einheimischen ihren Mist einfach während der Fahrt auf die Straße kippten oder sorglos ins glasklare Meer leerten. In den letzten Jahrzehnten wurde im ganzen Land nichts oder nur sehr wenig für den Umweltschutz getan. Wenn sich nichts ändert, wird es leider auch in Zukunft nicht anders sein.
Leider tragen auch viele Touristen, verleitet von den Einheimischen, dazu bei, daß die Verschmutzung nicht ab- sondern zu nimmt. Wir sollten alle ein wenig umdenken. Vor allem sollten wir -  auch wenn wir nur Gäste im Land sind – unseren Betrag leisten, indem wir unseren Mist fachgerecht im Urlaub entsorgen.
Vereinzelt sieht man Versuche der Bevölkerung, die Situation zu verbessern. Was nutzt aber ein kleines Rad am Wagen, das nicht den Boden berühren kann, wenn drei große Räder weiterfahren.

 

Alexander WALLISCH, MSc